Lernen, Erleben, Wachsen! In unseren Camps passiert Lernen oft ganz nebenbei: beim Ankommen in der Gruppe, beim gemeinsamen Lachen, beim Ausprobieren neuer Dinge – und natürlich beim Sprechen. Aber was steckt pädagogisch dahinter? Wie schaffen wir eine Umgebung, in der Kinder sich wohl fühlen, mutiger werden und Englisch nicht als „Schule“, sondern als Erlebnis wahrnehmen?
Mit dieser Ausgabe starten wir unsere Interviewreihe von camps for friends. Den Auftakt macht Susanne Vomwalde – mit einem Blick darauf, wie wir Kinder mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen begleiten: vom Camp-Neuling bis zum Teenager, von schüchtern bis temperamentvoll. Unser Leitgedanke dabei: Jedes Kind ist einzigartig!








Susanne, viele Eltern kennen den Englisch-Stand ihres Kindes gar nicht so genau. Es spricht vielleicht im Unterricht, tut sich schriftlich schwer – oder ist einfach schüchtern. Die große Frage lautet dann: Welcher Kurs ist der richtige?
Susanne Vomwalde: Sie müssen das nicht allein herausfinden. Wir stufen die Kenntnisse individuell ein und teilen jedes Kind in die passende Gruppe ein. Und selbst innerhalb der Gruppe schauen wir genau hin: Wo liegen die Stärken? Wo braucht es mehr Zeit? Was hilft dem Kind, sich zu zeigen?
Passt euer Konzept auch für sehr junge Kinder oder Camp-Neulinge?
Susanne: Absolut. Gerade die Kleinen begleiten wir sinnvoll zweisprachig (Englisch und Deutsch), damit sie sich am Anfang sicher fühlen und alles verstehen. Für Kinder, die noch nicht über Nacht bleiben möchten, gibt es unsere City Camps: morgens bringen, abends abholen. Und für Eltern, bei denen es schnell gehen muss, bieten wir zusätzlich einen Abhol- und Bringservice von zentralen Verkehrsknotenpunkten an.
Und Teenager – passt ein Camp mit 16 noch?
Susanne: Auf jeden Fall. Für Teens sind besonders unsere Camps in England spannend: Dort erleben sie Sprache im echten Kontext – bei Ausflügen, Freizeitaktivitäten und im Kontakt mit englischen Schülern. Interviews mit Locals aus Handel, Wirtschaft und Politik runden das ab und machen es zu einer echten Auslandserfahrung.
Was ist mit Schüchternheit, Heimweh – oder sehr lebhaftem Temperament?
Susanne: Das kennen wir gut. Mit rund 10.000 Kindern pro Jahr sehen wir sehr unterschiedliche Bedürfnisse. Entscheidend ist für uns eine Vertrauensatmosphäre, ein „home from home“. Kinder, die sich sicher fühlen und denen man mit Ruhe, Geduld, klaren Regeln und Humor begegnet, finden Schritt für Schritt in die Gruppe. Eine gute Mischung aus männlichen und weiblichen Betreuer*innen hilft zusätzlich, damit jedes Kind „seinen“ Lieblingsmenschen findet.
Und wenn die Interessen sehr einseitig sind – oder „auf gar nichts Bock“?
Susanne: Dann hilft ein breites Angebot. Von Wassersport (Segeln, SUP, Kanufahren) über Fußball, Basketball bis Reiten – plus Kreativangebote am Nachmittag und abends zum Beispiel Movie Night oder Discoabend. So findet fast jedes Kind etwas, worüber es sprechen möchte – und Englisch wird ganz natürlich zum Teil des Erlebens.
Zum Schluss: Was ist euer pädagogischer Kern in einem Satz?
Jedes Kind ist anders – und das ist gut so. Wir wollen, dass Kinder in einer entspannten, sicheren Atmosphäre ihre Stärken ausleben, sich verstanden fühlen und neue Freundschaften schließen. Denn Freundschaften sind oft die beste Motivation, Englisch ganz selbstverständlich zu sprechen.
Im nächsten Interview schauen wir auf euer Team. Worum geht’s genau?
Susanne: Um „Heart joins Competence“ – also wie Herz, Haltung und Professionalität bei uns zusammen kommen.
Wie zeigt sich das im Camp-Alltag?
Susanne: Manche Kinder trauen sich anfangs nicht zu sprechen. Die „ziehen“ wir nicht in Diskussionen – wir starten mit einfachen, entspannten Gesprächen, damit Selbstvertrauen wachsen kann. In einer Jungsgruppe kann die Frage nach dem Lieblingsfußballverein echte Wunder bewirken. Und bei den Mädchen schafft zum Beispiel ein gemeinsamer „Schönheitsabend“ oft eine ruhige Atmosphäre, in der es leichtfällt, sich auf Englisch auszutauschen – ohne Druck.
Und wenn Schreiben oder Präsentieren nicht so beliebt ist?
Susanne: Kein Problem. Viele Übungen finden in der Gruppe statt. Das nimmt Druck raus, stärkt den Gemeinschaftsgeist – und Kinder erleben: Ich bin auch im Englischen nicht allein.
Manche Kinder haben keine Lust auf „Schule in den Ferien“ oder sind frustriert wegen Noten. Was sagst du dazu?
Susanne: Ganz wichtig: camps for friends ist nicht Schule. Es geht nicht ums Vokabel- und Grammatiklernen, sondern ums gemeinsame Erleben. Über dieses Erleben taucht Ihr Kind automatisch in Englisch ein – oft so, dass es gar nicht merkt, dass es „lernt“. Manche erzählen uns sogar, dass sie im Laufe des Camps anfangen, auf Englisch zu träumen. Das ist genau der Effekt, den wir wollen – und der sich bei zwei Wochen oder in unseren England-Camps häufig noch verstärkt.
Wenn Kinder mit Freude lernen, sich ausprobieren dürfen und dabei Selbstvertrauen gewinnen, nehmen sie weit mehr mit nach Hause als nur neue Wörter. Let’s learn, laugh and grow together!
